Geschichte der Plattboden-Segelschiffe:
Seit der Zeit der Blüte des Seehandels brauchte man Transportmittel, die die Ladung der Seeschiffe ins Landesinnere transportieren. Da es noch keinen Motorantrieb gab, wurden Lastkähne mit geringem Tiefgang eingesetzt, die teilweise ohne jeden Antrieb (so genannte "Leichter“) per Seil vom Ufer aus, auf Flüssen und Kanälen getreidelt wurden.
Leichter, auf denen Segel gesetzt werden konnten, waren jedoch oft schneller, nur war die Abdrift bei seitlichem Wind auf schmalen Gewässern zu groß. Deshalb wurden seitliche Schwerter montiert, um das Problem der Abdrift zu beheben.

Nach dem Vormarsch der motorgetriebenen Lastkähne verloren die Segelschiffe mit "plattem Boden“, also wenig Tiefgang, ihre ursprüngliche Bedeutung. Sie wurden jedoch aus Tradition, vor allem in den Niederlanden, weiter gepflegt und zunächst für Regattazwecke genutzt. Im Laufe der Jahre entdeckte man auch den Charterbetrieb mit diesen Schiffen, die gegenüber normaler Yachten zwar äußerst behäbig waren, jedoch für Familien oder große Crews wegen des größeren Platzangebotes immer beliebter wurden. Gab es 1975 für den Charterbetrieb lediglich umgebaute Lastsegler, so wurden danach immer mehr Plattbodenschiffe direkt für den Charterbetrieb gebaut.
Egal, ob ehemaliger Lastkahn oder moderner Plattboden: Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, dass sich so ein Schiff ganz anders verhält als eine moderne Yacht, macht ein Törn damit mächtig Spaß.